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Glücksgriff Torsion

Im Frühjahr 2002 wusste ich, dass sich für meine Stute und mich zum Thema „Sattel“ etwas ändern musste:
Meine Bosniake-Mix-Stute, die je nach Jahreszeit und Beschaffenheit der Weiden gern ihre „Form“ verändert, trug bis dahin einen auf sie angepassten Reining-Sattel der Fa. Deuber, den ich trotz Maßkonfektion immer wieder mit unterschiedlich gearbeiteten Pads anpassen musste, damit er korrekt liegt und das Pferd zufrieden gehen kann. Dieses Hin und Her war ich irgendwann leid und ich entschied – wenn auch schweren Herzens – mich nach einer anderen Lösung umzusehen.
Irgendwann las ich in der CAVALLO, die ich bereits seit Jahren abonniere, ein Inserat von Steffi Kaiser, die den baumlosen TOSRSION vertreibt. Da der kleine Ort Buch bei Kastellaun nur eine halbe Autostunde von Bingen entfernt ist, entschied ich, Steffi anzurufen und mich erst mal ganz unverbindlich zu erkundigen: Das Gespräch dauerte fast eine Stunde und ich war angenehm überrascht, dass man sich so viel Zeit für mich nimmt! Resumee: „Pack einfach deinen Deuber an, komm her und schau dir alles in Ruhe an“.
Gesagt – getan! Ich fuhr also mit meinem Deuber-Sattel nach Buch und ließ mich von Steffi nochmals am Objekt eingehend beraten. Ohne lange zu zögern, erhielt ich nach einer fachlich kompetenten Beratung (…und einem leckeren Cappuccino) ein komplettes nagelneues Standard-Modell incl. allem Zubehör zum Testen. Den Deuber ließ ich – quasi als „Pfand“ – vor Ort und Steffi verabschiedete sich von mir mit den Worten: „Wart mal ab, den willst du sowieso nicht wieder, wenn du deinen neuen Torsion mal geritten bist.“ Sie sollte Recht behalten…
Bereits nach dem ersten Aufsitzen wurde mir klar, dass der Sattel ein Glücksgriff war: durch die durchdachte Bügelriemenaufhängung setzt der Sattel einen direkt „richtig hin“, so dass man bei der passenden Sitzgröße auch gleich die richtige Position einnimmt. Meine Stute ging bereits nach kürzester Zeit freier, entspannter und genoss das neue Gefühl, in der Schulter nicht mehr so eingeschränkt zu sein; deutlich machte sich dies bei engeren Biegungen und Seitengängen bemerkbar.
Die Umstellung war für mich persönlich auch nicht schwer: Der Torsion setzt den Reiter natürlich etwas breiter hin, als bei einem Dressursattel, da ich aber zuvor einen Westernsattel hatte, war das für mich kein Problem. Das Sitzgefühl ist intensiver, aber angenehmer, da man die Bewegungen des Pferdes deutlicher spürt. Bei einem feinfühligen, gut auf Gewichts- und Schenkelhilfen ausgebildetem Pferd merkt man schnell, dass man diese Hilfen auf ein Feinstes minimieren kann, da kein starrer Baum Pferd und Reiter beim „Erfühlen“ voneinander trennt!
Schon nach einer Woche stand für mich fest, dass ich den Sattel behalte! Ich erhielt einen absolut fairen Preis und mein Westernsattel wurde auch in Zahlung genommen.

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Reiten nach dem Schlaganfall

Rund ein Jahr lang waren mein Pferd und ich bereits glücklich mit unserem Torsion durch alle Lebenslagen geritten, als ich im Mai 2003 einen leichten Schlaganfall erlitt. Mit dem Reiten war es vorerst mal vorbei, da ich davon komplexe Schwindelattacken zurückbehielt, sowie einen Chronischen Tinnitus, der sich wohl auch den Rest meines Lebens nicht mehr von mir trennen wird…
Nach drei Monaten wagte ich mich erstmals wieder aufs Pferd und merkte schnell, dass ich aufgrund der immer wiederkehrenden Schwindelattacken Probleme bekam. Ich verlor schnell den Halt und schwankte, was mein Pferd aber schnell merkte und entsprechend ausglich. Aber ich fühlte mich nicht mehr sicher beim Reiten.
Ich sprach mit Steffi, mit der ich die ganze Zeit über Kontakt gehalten hatte, da wir nicht weit entfernt voneinander wohnen. Als ich äußerte, das Reiten wohl aufgeben zu müssen, machte sie mir den Vorschlag, doch einfach mal ein anderes Torsion-Modell und anderes Zubehör auszuprobieren! So fingen wir an, zu experimentieren, um mir den bestmöglichen Halt auf dem Pferd zu gewährleisten:
Ich begann mit den Endurance-Fendern, stieg dann aber sehr bald auf die Westernfender mit den entsprechenden Steigbügeln um. Meinen Torsion-Standard verwendete Steffi für ihr eigenes Pferd und bot mir hierfür zum Testen erstmal das Modell Endurance an. Hierbei zeigte sich schnell, dass ich mit dieser Lösung  gut beraten war: Die breiten Westernfender geben dem Bein mehr Halt, die Westernbügel bieten dem Fuß eine stabile Fläche. Das Modell Endurance konnte dank noch besserer Polstermöglichkeit sowohl fürs Pferd als auch für mich entsprechend „gebaut“ werden. Außerdem stieg ich auf Jodphur-Reithosen mit Vollbesatz um, was noch zusätzlichen Halt im Sattel gibt.
So tasteten wir uns im Laufe der Zeit wieder weiter vor! Noch heute sind wir glücklich und zufrieden mit unserem Sattel. Dank Steffis Hilfe und unermüdlichem Einsatz habe ich wieder zum Reiten zurück gefunden und bin heute weitgehend ohne schwerwiegende Beschwerden.

ICH WÜRDE MICH JEDERZEIT WIEDER FÜR EINEN TORSION ENTSCHEIDEN!

… UND MEIN PFERD AUCH!

 

Anke Donath aus Bingen am Rhein